Ich spreche zunächst wieder mit der wunderbaren Anna über das Spiel gegen Paderborn, und wir sind uns einig: das Spiel war für den neutralen Zuschauer nicht unbedingt schön anzusehen, aber von Eintracht unglaublich diszipliniert gegen die offensivstarken Paderborner geführt. Zum ersten Mal blieben diese in der Saison ohne Torerfolg – und da manch Paderborner Fan anschließend über den angeblich Antifußball der Eintracht jammerte, hat das Team wohl sehr viel richtig gemacht. Endo heben wir heraus, aber vor allem sind wir einfach angetan davon, wie Eintracht einem Spitzenteam den Zahn gezogen hat und sogar hätte gewinnen können. Chapeau!
Wir erwarten beide ein schweres Spiel beim SV Sandhausen, auch wenn das eher so ein Bauchgefühl ist. Um das mit mehr Fakten zu unterfüttern, spreche ich anschließend mit Patrick Drewes, dem Torhüter des SVS. Und da ich wie beschrieben wenig über den Verein weiß, wage ich ein Experiment: ich versuche, über eine reine Datenanalyse eine ungefähre Vorstellung von der Art Fußball zu bekommen, die der SVS diese Saison spielt. Dank großzügiger Hilfe von Global Soccer Network leite ich aus Statistiken einen idealtypischen Fußballstil des Vereins in dieser Saison ab. Diese Schlussfolgerung stelle ich Patrick vor und lasse ihn bewerten, ob meine Auswertung einen Bezug zur Realität hat.
Patrick selber gibt uns natürlich selber noch einige Einblicke in die Saison des SV aus erster Hand sowie über das bevorstehende Spiel. Wir sprechen auch über seinen persönlichen Werdegang und die besonderen Herausforderungen des Torwartspiels im Allgemeinen. Patrick stellt sich hierbei als ein sehr sympathischer Repräsentant seines Vereins heraus und strahlt im Gespräch eine sehr angenehm anzuhörende Mischung aus Ernsthaftigkeit und Gelassenheit aus; und so habe ich nach diesem Gespräch das Gefühl, von Patrick einen ehrlichen Einblick sowohl in sein Fußballerleben als auch in seinen Verein erhalten zu haben.
Nochmal ganz herzlichen Dank an dieser Stelle an Patrick, Markus Beer sowie an Global Soccer Network – allesamt aus Sandhausen!
Nach dem rauschenden Pokalabend gegen Hertha steht die nächste Aufgabe für Eintracht Braunschweig im DFB-Pokal an: der VfL Wolfsburg kommt zum Nachbarschaftsduell! Auf dem Papier eine klare Sache: laut Transfermarkt.de ist der Marktwert des VfL mit 213,4 zu 11,3 Millionen Euro fast 19 Mal so hoch wie der von Eintracht; gleich sechs Spieler sind jeweils teurer als der gesamte Eintracht-Kader zusammen. Aber angesichts dieser Qualität schlägt sich der VfL unter seinem neuen Trainer Niko Kovač derzeit eher schlecht als recht in der Liga, auch wenn zuletzt ein Aufwärtstrend erkennbar war. Über die Gründe für den bisherigen Saisonverlauf und die Aussichten auf den Pokalabend spreche ich mit Lenny vom Wölferadio (https://www.vfl-wolfsburg.de/aktuelles/vfl-medien/woelferadio; Episoden sind z. B. auf https://www.wolfs-blog.de zu finden). Lenny ist gebürtiger Wolfsburger und als Medienprofi sehr aktiv für den VfL – und das nicht nur online, sondern auch als Buchautor.
Im Mittelpunkt des Gesprächs steht natürlich die aktuelle Entwicklung des VfL unter Niko Kovač; Lenny ordnet für uns die bisherige Saison und die Gründe für den eher schweren Start sehr fundiert und nachvollziehbar ein. Aber natürlich sprechen wir auch ein bisschen über die Historie des Nachbarschaftduells, und wir stellen fest: trotz weniger Spiele in den letzten 30 Jahren rankt sich um fast jedes einzelne Spiel eine große Anzahl von Geschichten. Gute Voraussetzungen für einen ereignisreichen Pokalabend!
Lenny hat nicht nur sehr fundierte Kenntnisse über seinen Verein, sondern breitet diese auch lebendig und anschaulich aus. Das Gespräch hat mir sehr viel Spaß gemacht, und ich danke ihm nochmal besonders herzlich für den Aufwand, den er extra für den Videoteil getrieben hat.
Um neben den Gegnergesprächen wieder etwas mehr BTSV in meinen Podcast zu bringen, habe ich mir für diese und künftige Folgen einen ganz besonderen Gast eingeladen, mit dem ich über das jeweils vergangene Spiel und weitere Themen rund um Eintracht Braunschweig reden werde, nämlich Anna!
Anna ist bekannt durch Auftritte in unterschiedlichen Podcasts, u. a. bei 11Freunde, und eine stets gut aufgelegte und sehr reflektierte Gesprächspartnerin. Und der Einstieg fällt dank des dankbaren Themas nicht schwer! Gemeint ist natürlich der wundervolle Heimsieg gegen FC St. Pauli, den wir noch einmal Revue passieren lassen. Aber auch Ernstes sparen wir nicht aus, wie etwa das Thema „Kopfverletzungen„, ausgelöst durch die entsprechende Szene unter Beteiligung von Filip Benkovic.
Nach dem Gespräch mit Anna geht es weiter mit Thomas Haufe vom Magdeburger Podcast „nurderfcm„, der bereits in der letzten Saison bei mir zu Gast war. Wir sprechen darüber, warum beim 1. FC Magdeburg nach einer überragenden Aufstiegssaison aktuell eher etwas Sand im Getriebe ist. Thomas beleuchtet gewohnt fundiert die Gründe und ordnet die bisherigen Geschehnisse dieser Saison für uns ein.
Im Vorfeld der Partie Eintracht Braunschweig – FC St. Pauli am 11. Spieltag war Jan-Philipp Kalla bei mir zu Gast, besser bekannt unter seinem Spitzname „Schnecke“. Stolze 17 Jahre spielte er für den FC und hat damit natürlich Legendenstatus am Millerntor. Auch nach seiner aktiven Karriere ist er seinem Verein treu geblieben und ist derzeit Trainer der 1. Damenmannschaft.
Eine kleine Vorwarnung: die Karriere und vor allem die aktuelle Tätigkeit von Schnecke fand ich so interessant, dass die Diskussion um die aktuelle Saison der Profis ein klein wenig in den Hintergrund gerückt ist. Der Damenfußball ist immer noch außerhalb von Großereignissen wie zuletzt der EM in der Öffentlichkeit unterrepräsentiert, obwohl eben diese Großereignisse demonstrieren, auf welch hohem sportlichen Niveau das Ganze angekommen ist (eine rühmliche Ausnahme bildet übrigens „Unterwegs in Blau-Gelb“ von unserem Kivi, der engagiert und ausführlich regelmäßig über die Damenteams der Eintracht berichtet: https://2hundert10.de/category/unterwegs-in-blau-gelb/damen/).
Auch für einen engagierten Verein wie St. Pauli ist es nicht einfach, neben dem Breitensport auch dem Leistungssport auf diesem Gebiet Raum zu geben und damit den Unterbau des Spitzensports auf eine breitere Basis zu stellen. Hier hat Schnecke für seinen Verein in sehr kurzer Zeit viel bewirken können, und seiner Arbeit an dieser Stelle im Gespräch den nötigen Raum zu geben erschien mir wichtiger, als die aktuelle Situation der Profis bis auf den letzten Winkel auszuleuchten. Auch wenn wir natürlich einen Blick auf die bevorstehende Partie werfen!
Schnecke war ein lockerer, humorvoller und dabei aber jederzeit ernsthafter Gesprächsgast. Man merkt, dass er schon vor langer Zeit angefangen hat, sich um das Leben außerhalb der Profifußball-Blase Gedanken zu machen und was er hier bewirken kann, und so war es ein in vielerlei Hinsicht gehaltvolles und dabei unterhaltsames Gespräch.
Stefan war bereits vor dem Rückrundenspiel 1. FC Kaiserslautern – Eintracht Braunschweig in der letzten Saison bei mir zu Gast (Folge 88) und hat uns neben vielen sportlichen Einblicken vor allem das „Lebensgefühl Betze“ nähergebracht.
Auch in dieser Folge geht es zunächst um den sportlichen Verlauf des FCK in der letzten Saison. Mal ehrlich: wer hätte damit gerechnet, dass die Roten Teufel nach einer bärenstarken Rückrunde zum Ende noch so einbrechen? Die hierdurch notwendig gewordene Relegation schildert Stefan derart lebendig, dass mir an manchen Stellen ein Schauer über den Rücken lief. Natürlich ist der Betze ein Konkurrent, aber Hand aufs Herz: wir alle wissen, wie sich solche „Alles oder Nichts“-Spiele anfühlen, und wer hier nicht nachempfinden kann, was in Stefan vorging, hat kein Fußballherz!
Vor der aktuellen Saison sorgte Kaiserslautern mit der Verpflichtung von Weltmeister Erik Durm für einen der größten Aufrege, und Stefan lässt uns daran teilhaben, wie es hierzu kam und warum Spieler wie er oder auch ein Terence Boyd auf den Betzenberg wechseln. Die Saison verlief bisher sehr gut für Lautern, aber Stefan lässt sich als alter Hase im Geschäft nicht blenden und weiß, wie schwer der Weg als Aufsteiger noch werden wird.
Am Ende werden wir uns zwar nicht einig, was den Tipp für das bevorstehende Spiel angeht, aber stimmen überein, dass es auf jeden Fall eine enge Kiste werden wird – wie eigentlich immer zuletzt, wenn die Teams aufeinander trafen.
Auch in dieser Folge ist Stefan mit viel Herzblut und Leidenschaft unterwegs und bringt uns die derzeitige Situation auf dem Betze nicht nur sportlich sehr anschaulich näher.